Abkürzungen im Funkbetrieb

Das es im Amateurfunk vor Abkürzungen nur so wimmelt, merkt man recht schnell wenn man sich mit der Materie beschäftigt. Einige wichtige Abkürzungen, Kürzel, und Betriebsschlüssel wollen wir hier kurz erläutern.

Die meisten Kürzel entstammen den "alten" Tagen der drahtgebundenen Telegraphie und wurden eingeführt, um Wesentliches schneller übermitteln zu können. Sie sind aber heute immer noch im Gebrauch, und werden aus der Kurzfassung englischer Wörter gebildet wie zum Beispiel OM (kurz für Old Man), welches den Funker selbst bezeichnet. Eine YL (Young Lady) steht dagegen für dessen Freundin (oder eine weibliche Funkerin) und eine XYL (EX-Young Lady) für dessen Ehefrau. Andere Kürzel wie DX (Distance eXtended) für eine Weitverkehrsverbindung, sind aus Eigenheiten der Amerikanischen Sprache entstanden, (die erste Telegrpahenlinie wurde von Alxander Graham Bell in den USA errichtet), wie Beispielsweise im amerikanischen Kurzwort X-Mas (= Christmas = Weihnachten).

Oft wiederkehrende Grußformeln wurden mit Zahlenkombinationen "verschlüsselt": 73 (Viele Grüße) - 55 (Viel Erfolg) - 88 (Viele Küsse) - 99 (Verschwinde aus dieser Leitung/von diesem Kanal)

Sogenannte Funkbetriebsabkürzungen wurden in einem Schlüsselsystem zusammengefasst, den Z- und Q-Schlüsseln. Die lezteren sind davon heute auch noch tagtäglich bei kommerziellen Funkdiensten (Wetterfunk etc.) und bei Funkamateuren in Gebrauch.

QSLIch bestätige den Empfang QTHMein Standort ist ...
QRLIch bin beschäftigt QROIch erhöhe meine Sendeleistung
QRNIch habe natürliche Empfangsstörungen QRPich verringere meine Sendeleistung
QRMIch habe Empfangsstörungen durch andere Stationen QRVIch bin Empfangsbereit
QRUIch habe keine Nachrichten mehr vorliegen QRTIch beende den Funkbetrieb

Durch das Hinzufügen eines Fragezeichens wird eine Frage gebildet z.B. QRO? (Können Sie Ihre Sendeleistung erhöhen?).

Ein weiteres Kürzel, welches immer wieder im Amateurfunk auftauchet ist RST. Damit bezeichnet man eine Beurteilung der Aussendung seiner Gegenstation nach bestimmten Kriterien.

R (Redeability/Lesbarkeit) S (Signal Strength/Signalstärke) T (Tone/Ton-Qualität)
1-5 1-9 1-9

Die Werte R und S werden immer übermittelt, T nur bei Tastfunk (CW, Morsen). Die Werte R und T müssen abgeschätzt werden, der S-Wert wird üblicherweise am Funkgerät auf der S-Meter (oder Signal-Meter) genannten Anzeige abgelesen.

Bis auf die Signalbeurteilung nach RS(T) sind alle Kürzel primär nur für den Telegraphie-Betrieb gedacht, werden aber im Sprechfunkverkehr auch des öfteren verwendet (z.B. Mein QTH ist Nürnberg). Ob dies sinnvoller ist als zu sagen Mein Standort ist in Nürnberg bleibt dahingestellt.