Ausbildung vor und nach der Prüfung

Wer Funkamateur werden will, muss viel lernen. Technik, Gesetze, Vorschriften und (eventuell) Morsen bilden einen komplexen Themen-Park, welcher nicht immer im Selbst-Studium ohne weiteres begreifbar ist. Aus diesem Grunde bieten viele Amteurfunkvereinigungen Hilfe demjenigen an, der sich für den Amateurfunk interessiert.

Dies geschieht im wesentlichen durch mehrere Monate dauernde Kurse zur Erlangung einer Amateurfunkgenehmigung. Viele freiwillige Ausbilder und Helfer sorgen dafür, das der Amateurfunk-Interessierte alle Möglichkeiten erhält, um die von ihm angestrebte Amateurfunk-Genehmigung zu erreichen.

Die Kurse laufen größtenteils sehr praxis-orientiert ab, das heißt es werden nicht nur die Antworten auf die Prüfungsfragen gelernt, sondern der sehr umfangreiche Stoff Amateurfunk in praxisbezogenen Beispielen, lehrreichen Experimenten und neuerdings sogar realem Funkbetrieb vermittelt.
Vor allem der Ausbildungsfunkbetrieb, der seit dem 01. Mai 1998 in Deutschland möglich ist, soll dafür sorgen, daß der Neuling seine Scheu vor dem Medium Amateurfunk verliert und so nach der Prüfung durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) direkt und unbeschwert in den Amateurfunk-Betrieb einsteigen kann. Im Ausbildungsfunkbetrieb wird ein besonderes Rufzeichen verwendet (zb DN7JBW), an welchem sofort erkennbar ist, daß derjenige hinter dem Mikrofon noch Anfänger ist und so Fehler im Betrieb durchaus leichter verziehen werden. Dieser spezielle Funkbetrieb darf generell nur mit einem verantwortlichen Funkamateur im Hintergrund durchgeführt werden, der den Anfänger vor dem Mikrofon anleitet.

Zusätzlich zu dem vorgenannten Ausbildungsfunkbetrieb ist es einem Mitglied des DARC e.V. (Deutscher Amateur Radio Club) jederzeit möglich, eine sogenannte DE- oder SWL -Prüfung abzulegen. In dieser Prüfung werden Grundlagen der Hochfrequenz-Technik, des Funkbetriebes und der Betriebstechnik geprüft. Nach der erfolgreich abgelegten Prüfung wird dem DARC-Mitglied ein Hörer-Rufzeichen (zb DE1GLK) zugeteilt, welches ihm den Versand von QSL-Karten (Bestätigung eines Funkgespräches oder einer Funk-Beobachtung in Postkartenform) über die DARC interne QSL-Karten Vermittlung möglich macht.

Die DE-Prüfung wird meist in Kursen zur Erlangung der Amateurfunk-Genehmigung als Übungs-Prüfung durchgeführt.
Die Bundestagung des DARC-Jugendreferates hat empfohlen, diese DE-Prüfung als Grundvoraussetzung für den Ausbildungsfunkbetrieb einzuführen. Ob, und in welchem Maße jedoch der Neuling beim Ausbildungsfunkbetrieb Kenntnisse des Amateurfunks hat, hängt einzig und alleine vom Verantwortlichen Funkamateur für diesen Betrieb ab.