Experimentier-Funk

Amateurfunk ist ein technisch-experimenteller Funkdienst. Funkamateure bauen sich ihre Geräte selbst. So war es angedacht und so ist es heute noch, allerdings haben sich die Experimente von Funkamateuren verlagert. Die größte Herausforderung ist heute der Gigahertz-Bereich, welcher nur teilweise kommerziell erschlossen ist. Hier ist man auf den Selbstbau angewiesen.

Aber auch auf Kurzwelle nimmt der Drang zum Selbstbau nicht ab. Zwar gibt es von vielen Firmen kommerziell und auf einem hohen technischen Standard gefertigte Amateurfunk-Geräte, aber für Sonderfälle wird immer noch entworfen, gelötet und geschraubt.
Da ist zum Beispiel der QRP-Betrieb. QRP ist eine Abkürzung aus dem Telegraphie-Betrieb und bedeutet "kleine Leistung". Man versteht darunter das Herstellen von Funkverbindungen mit Leistung von 10 Watt bis hinunter in den Milli-Watt-Bereich. In Zeiten, in denen industriell gefertigte Funkgeräte auf Kurzwelle standardmäßig eine Ausgangsleistung von 100 Watt besitzen ist es erstaunlich, daß sich mit einer Leistung von 10 Milliwatt immer noch viele Amateurfunkverbindungen herstellen lassen.
"Die Antenne ist der beste Hochfrequenz-Verstärker" ist der Wahlspruch der Funkamateure und so konzentriert die sich die Bastel-Lust auf die Entwicklung und den Bau von immer besseren Antennenanlagen, um das Maxium aus der heimischen Station heraus zu holen.

Mit den funktechnischen Experimenten von Heinrich Hertz an der Universität Karlsruhe fing alles an. Auch heute noch entwicklen Funkamateure neue Funkgeräte-Generationen selbst, bauen sich Zubehör für den Funkbetrieb selbst oder experimentiern mit Geräte- und Antennen-Konfigurationen, ganz im Sinnes eines Heinrich Hertz oder Gugliemo Marconi.