(Amateur-)Funk-Geschichte

Heinrich Hertz Manche Leute bezeichnen Guglielmo Marconi als den ersten Funkamateur überhaupt. Eigentlich sollte diese Ehre jedoch Heinrich Hertz gebühren, denn er hat als erster Experimente mit elektromagnetischen Schwingungen und deren Erzeugung durchgeführt.

Die erste Trans-Atlantik Verbindung gelang am 28. November 1923 auf einer Wellenlänge von ca. 110 Metern zwisch F8AB in Nizza und 1MO und 1XAM an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Danach wurde die Schaar der Interessierten von Jahr zu Jahr größer. Dem Amateuren wurde die Kurzwelle überlassen, weil die Behörden (Reichspost) die Frequenzen von 3 bis 30 MHz als nutzlos ansah.
Die Funkamateure erhielten nach langem Ringen auch eine Sendegenehmigung der Reichspost und sie bewiesen, das auf Kurzwelle durchaus jeder Punkt der Erde erreichbar war.

Natürlich gab es in den zwanziger- und dreissiger Jahren keine industriell gefertigten Geräte, so daß Funkamateure hier den Grundstein legten, auf dem der heutige technisch-experimentelle Amaterfunkdienst basiert. Alles musste im Selbtsbau angefertigt und probiert werden, so daß die Funkamateure das technische Wissen für die spätere kommerzielle Nutzung des Mediums entwickelten und bereit stellten.

Im dritten Reich stieg die Anzahl der Funkamateure kurzfristig sehr stark an, aber nur, um ausgebildete Funker für die Wehrmacht zur Verfügung zu haben. Aber selbst während des zweiten Weltkrieges gab es einige Funkamateure, die jedoch heute als Sprachrohr der damaligen Geheimdienste angesehen werden.
Am 1. September 1939 wurden alle Sendegenehmigungen zurückgezogen und die Sendeanlagen der Funkamateure ersatzlos eingezogen. Ausgenommen davon waren lediglich einige Wehrmachtsangehörige, die nicht der zivilen Fernmeldeverwaltung unterstanden.

Mit dem Zusammenbruch Deutschlands kam auch das Aus für den Amateurfunk. Schon im Januar 1945 verbot der alliierte Kontrollrat jegliche Betätigung mit der Funktechnik, obwohl Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht besetzt war und kapituliert hatte.

1947 belebte sich mit der Gründung regionaler Vereine wieder das Amateurfunkleben. Aus Militärbeständen besorgten sich die Funkinteressierten unerschwinglich teure Sender und Empfänger und bauten sie mehr oder weniger auf Amateurfunkbedürfnisse um. Ein Amateurfunkgesetz wurde jedoch erst 1949 auf den Weg gebracht. Dieses brachte jedoch den vielen Funk-Interessierten eine enorme Freiheit und so stiegen die Zahlen der ausgegebenen Sendelizenzen von 3000 im Jahr 1952 über 15.000 im Jahr 1962 bis zu den zur Zeit ca. 80.000 vergebenen Amateurfunk-Genehmigungen.

In der damaligen Deutschen Demokratischen Republik gab es ebenfalls nach Beendigung des 2. Weltkrieges wieder Amateurfunk, jedoch musste jeder, der eine Sendegenehmigung erhalten wollte, Mitglied in der 1952 gegründeten Gesellschaft für Sport und Technik (GST) werden, einer paramilitärischen Vereinigung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). 1953 wurde die Verordnung über den Amateurfunk in der DDR auf den Weg gebracht und bereits 1959 durch das neue Gesetz über das Post- und Fernmeldewesen und eine Amateurfunkverordnung bereits wieder novelliert.

Durch den technischen Fortschritt (Ablösung der Röhren zunächst durch Transistoren, später durch Mikrochips ) geb es einen enormen Aufschwung für die Funkamateure, und auch endlich die Möglichkeit, die jetzt auch zur Verfügung stehende UKW-Bereiche zu nutzen. Auch bereiteten die neuen Technologien den Weg für die heute recht anspruchsvollen Betriebsarten des Amateurfunks wie Satelliten-Funk oder GHz-Techniken.

Funkamateure dürfen im Übrigen für sich in Anspruch nehmen, den ersten aktiven Satelliten in Betrieb genommen zu haben (vorherige Satelliten strahlten nur ein Signal aus, konnten jedoch nicht empfangen). Er wurde am 9. März 1965, einen Monat vor dem ersten kommerziellen Fernmeldesatelliten "Early Bird", in eine Umlaufbahn gebracht.

Der kalte Krieg konnte dem Amateurfunk nichts anhaben. Jeder Versuch der Machthabenden, diesen für Ihre Zwecke zu missbrauchen scheiterte am erbitterten Widerstand der Amateurfunk- Vereinigungen und -Verbände.
Katastrophen wie der große Wintereinbruch mit heftigen Schneefällen um 1975, so schlimm sie auch waren, gaben dem Amateurfunk neue Impulse und eine neue Rolle als Notfunk im Katastrophenfalle.

Der CB-Funk Boom der 70er Jahre gab dem Amateurfunk neue Impulse, denn viele der CB-Funker kamen, nachdem sie die Möglichkeiten von CB ausgereizt hatten, zum Amateurfunk, um dort ihrer Experimentier-Lust etwas Auftrieb zu geben.

Euch heute, nach einigen Jahrzehnten Amateurfunks erfreut sich dieser nach wie vor großer Beliebtheit. Einzig und allein das Medium Internet kann ihm gefährlich werden, gibt es doch hier die Möglichkeit, den weltumspannenden Charakter des Amateurfunks ganz ohne Prüfung oder Genehmigung zu erleben.

Unsere Welt wächst zusammen, jedoch bleibt dem Amateurfunk immer ein Platz in der Geschichte und dem Alltag gesichert, als Wegbereiter moderner drahtloser Kommunikation.