CB-Funk Geschichte

1974 verabschiedete die CEPT in Lissabon eine Epmpfehlung für einen Hobbyfunk im 27-MHz Bereich. In Deutschland wurde die CEPT-Empfehlung zum 01. Juli 1975 durch die Amtsblattverfügung 393/1975 von der Deutschen Bundespost (DBP) umgesetzt und damit CB-Funk eingeführt. Erlaubt war der Betrieb auf 12 Frequenzen (Kanal 4 bis 15) mit einer maximalen Sendeleistung von 0,5 Watt PEP bzw 0,1 Watt ERP (für Handfunkgeräte). Sogenannte bewegliche Sprechfunkanlagen (Mobil- und Handfunkgeräte) waren durch eine Allgemeingenehmigung anmelde- und gebührenfrei. Orstfeste Sprechfunkanlagen (Feststationen) hingegen mussten jedoch bei der DBP angemeldet werden, die monatliche Genehmigungsgebühr betrug DM 15.- . Feststationen wurde ein Rufname zugeteilt, welcher aber meist frei gewählt werden durfte. Der Funkverkehr zwischen Feststationen untereinander war untersagt. Als Modulationsart kam Anfangs ausschliesslich Amplituden-Modulation (AM), ab 1978 zunehmend auch Frequenz-Modulation (FM) zum Einsatz.

1981 veröffentlichte das Bundesministerium für Post und Telekommunikation (BMPT) im Amtsblatt 62/1981 die Verfügung 434/1981. Diese gab die Funkkanäle 1 bis 22 für den Betrieb mit 0,5 Watt in FM frei. Die Gebür für Feststaionen wurde auf DM 10.- gesenkt und es sollte eine sogenannte Pilotton-Sperre eingeführt werden, mit welchem der Funkverkehr der Feststaionen untereinander blockiert werden sollte (wurde von der Industrie weitesgehend ignoriert). Die alten 12 Kanal-AM Geräte sollten durch eine Anmeldefrist bis zum 31.12.1982 langsam aus dem Verkehr gezogen werden. Ab dem 01.01.1992 sollte AM endgültig verboten werden.

Das BMPT hatte die Rechnung ohne die CB-Funker und die CB-Industrie gemacht. Die CB-Funker wollten AM behalten und die Industrie jammerte, daß die neuen 22-Kanal-Geräte unverkäuflich seien. Am 01.03.83 fand ein Gespräch zwischen Vertretern der Behörde, der CB-Funker und der Industrie statt. Daraus ergab sich folgender Kompromiß, der im Amtsblatt 55/1983 vom 12.04.83 veröffentlicht wurde: Das Anmeldeverbot für 12-Kanal-Heimstationen wurde aufgehoben. Außerdem wurden 40 Kanäle FM freigegeben. Das führte zu der kuriosen deutschen 40/12-Kanal-Regelung. Erstmalig wurde die Gebührenpflicht nicht nur nach der Bauart des Gerätes (Handgerät, Mobil- oder Feststation) bestimmt, sondern auch nach der Modulationsart: Geräte mit 40 FM- und 12-AM-Kanälen - egal, ob Mobil- oder Feststation - kosteten 10 DM Genehmigungsgebühr im Monat. 40-Kanal-FM-Feststationen kosteten 5 DM, 40-Kanal-FM-Mobilgeräte waren anmelde- und gebührenfrei, ebenso alte 12-Kanal-Geräte (Bestandsschutz).

Wenig später, 1984, gab erneut eine Änderung: Mit Amtsblattverfügung 768/1984 vom 18.09.84 bestimmte das BMPT, daß alle FM-Geräte künftig anmelde- und gebührenfrei seien. 40/12-Kanal-Mobil- und Feststationen sowie bestimmte Handfunkgeräte kosteten 5 DM/Monat. Für diese 5 DM Monatsgebühr konnten bis zu fünf Geräte betrieben werden. Diese Regelung hatte bis zum Inkrafttreten des neuen Telekommunikationsgesetzes Mitte 1996 Bestand.

Nach wie vor waren alle Genehmigungen, die sich auf Geräte mit AM bezogen, auf den 31.12.1991 befristet. Ab 01.01.1992 sollte AM-Betrieb nach dem Willen des BMPT nicht mehr zulässig sein (siehe oben). Erst Ende 1988 rückte das BMPT von dieser Position ab und gab AM wieder unbefristet frei.

Inzwischen wurde der CB-Funk noch einmal aufgewertet. Die RegTP gab den Einsatz beliebiger Antennenarten frei (bis dato waren nur Vertikal-Antennen ohne Gewinn zulässig), zum Beispiel Dipole oder gewinnbringende Richtantennen. Zusätzlich wurden 40 weitere Freqeunzen unterhalb der bisherigen 40 Kanäle für den Gebrauch freigegeben, allerdings mit einer gewissen und vielkritisierten Einschränkung: Eine sogenannten Schutzzone zu den Nachbarländern, welche für Feststaionen 45 kM und für Mobil- und Portabel-Stationen 25 kM zum benachbarten Ausland beträgt. Innerhalb dieser Schutzzone ist die Verwendung der Kanäle 41 bis 80 nicht gestattet. Somit hat ein großer Teil der CB-Funk nach wie vor nur 40 Kanäle zur Verfügung.

Mit der Verfügung 289/1997, geändert durch Verfügung 50/1998, der RegTP wurden nun auch digitale Betriebsarten im CB-Funk freigegeben. In der Hauptsache kommt in Deutschland Packet Radio zum Einsatz. Aber auch andere digitale Betriebsarten wie SSTV oder Morsetelegraphie sind damit möglich geworden.
Mit der Verfügung 288/1997 sollte eine Rufzeichenpflicht im digitalen CB-Funk eingeführt werden, welche jeden Funker verpflichtete, ein ein von der RegTP zugeteiltes Rufzeichen für diitale Betriebsarten zu benutzen. Allerdings stiess diese Regelung auf heftigsten Wiederstand unter den Funkern und Verbänden, so das diese mit der Verfügung 49/1998 zurück gezogen wurde. Dem digitalen CB-Funker stehen nun Rufzeichen aus einer, von der ITU zugeteilten Reihe zur Verfügung, welche aber nicht verwendet werden müssen.

Die neusten Verfügungen der Behörden haben die Teilnahme am CB-Funk allerdings wesentlich erleichtert. So ist nun neben FM auch AM- und SSB-Betrieb auf allen 40 international verwendeten Kanälen erlaubt. Zudem wurde die Anmelde- und Gebührenpflicht für alle Hand- Mobil und Feststations-Funkgeräte aufgehoben (gilt nicht für Feststationen in den Schutzzonen). Somit ist der CB-Funk nun wieder zu dem geworden, was er ursprünglich sein sollte: Ein kostenfreier und für Jedermann zugänglicher Bürgerfunk.

Die CB-Funk Geschichte wurde geschrieben von Wolfgang Fricke, redigiert und ergänzt durch Guido Liedtke. Vielen Dank Wolf!