Betriebsarten

Im FreeNet wird ausschliesslich Frequenz-Modulation eingesetzt. Die Verfügung der Bundesnetzagentur schreibt eine maximal abgestrahlte Leistung des Funkgerätes von 0,5 Watt ERP vor. Wenn ein Gerät aus technischen und konstruktionsbezogenen Gründen eine höhere Senderausgangsleistung (PEP)besitzt, muss die Antenne so "schlecht" konstruiert werden, daß die Differenz zu 0,5 Watt dort verloren geht.

Der Einsatz einer externen Antenne ist nicht erlaubt, obwohl ziemlich alle FreeNet-Funkgeräte inzwischen eine Antenenbuchse mit aufgeschraubter Antenne besitzen. Jedoch ist zum Beispiel der Einsatz von externen Mikrofonen, Lautsprechern oder Hör-/Sprechgarnituren (Headset) kein Problem und erleichtern den Umgang mit dem Gerät bei Sicherungsaufgaben.

Alle FreeNet Geräte haben einen sogenannten Sub-Audio-Ton-Squelch eingebaut. Bei diesem Verfahren werden mit dem Sprachsignal noch ein Ton im Frequenzbereich 77 bis 230 Hertz gesendet, welcher beim empfangenden Gerät die bis dato geschlossene Rauschsperre "öffnet" und so das Signal der Gegenstation hörbar macht. Pro Kanal werden 5 unterschiedliche Töne verwendet, so daß, sich praktisch 15 unabhängige Nutzer-Gruppen ansprechen lassen. Man nennt das ganze Verfahren Selektiv-Ruf. Es wird seit Jahrzehnten im nicht-öffentlichen mobilen Landfunk (Betriebsfunk) erfolgreich eingesetzt. Das System läß sich im FreeNet zwar jeweils kurz aber nie auf Dauer unterdrücken.

Aus diesem Grunde, wird FreeNet von den einschlägigen Firmen auch als Quasi-Betriebsfunk vermarktet. Wie eingangs bereits erwähnt, ist FreeNet jedoch für Absicherungen von Veranstaltungen eine gute Wahl. Hierbei wären an erster Stelle Parkplatzeinweisung, Sportveranstaltungen, Einlass-Kontrollen (Security) oder Gebäudesicherung zu nennen. Man sollte jedoch beachten, das speziell bei Großveranstaltungen die Reichweite durch künstliche (Häuser) oder natürliche Hindernisse (Berge, Bäume) unter Umständen stark beeinträchtigt werden kann.

Ein praxisbezogenes Beispiel für einen erfolgreichen Einsatz von FreeNet-Geräten ist ein Military-Reitturnier. Bei Military-Turnieren sind die Hindernisse, welche Ross und Reiter überwinden muüssen, mehrere hundert Meter von einander entfernt, so daß das gesamte Turnier sich meist über die Fläche von mehreren Quadrat-Kilometern erstreckt. Zudem sind die Hindernisse teils sehr gefährlich für Mensch und Tier. An jedem Hinderniss steht ein Streckenposten mit einem FreeNet-Gerät und gibt der Turnierleitung per Funk die Fehlerpunkte des jeweiligen Reiters durch. Bei Bedarf (Sturz des Reiters, Verweigerung des Pferdes mit Abwurf, etc.) kann der abgestellte Rettungsdienst schnell und unverzüglich angefordert werden.

Es findet jedoch auch ausserhalb von Firmen oder Absicherungen im privaten Bereich ein reger Funkbetrieb auf den FreeNet-Freqeunzen statt, welcher aber zu 90 % auf Funkamateure zurück zuführen ist, welche illegalerweise ihre Funkgeräte im FreeNet benutzen. FreeNet darf nur mit typengeprüften Funkgeräten statt finden, der Einsatz anderer Geräte, wie zum Beispiel Amateurfunktransceivern ist absolut nicht gestattet, und und kann von der Bundesnetzagentur mit hohen Geldbußen belegt werden.