Antennen(-technik)

Grundlegendes
Das Feld der Antennen-Theorie und -Praxis ist weitgestreut und viel zu umfangreich, um es hier in kurzen Worten abzuhandeln. Kurz gesagt: Eine Antenne muss immer zur Frequenz "passen" auf der diese benutzt werden soll - das heisst diese muss "abgestimmt" sein (elektrisch und mechanisch an die Frequenz angepasst werden). Wir wollen hier einige gebräuchliche Antennenformen beschreiben.

Drahtantenne/Langdraht
Die einfachste Form einer Antenne ist der sogenannte Langdraht, welcher zumeiste einfach nur aus einem isolierten Kupferdraht beliebiger Länge besteht. Mittels eines Anpassgerätes kann dieser für Sendung und Empfang an das Funkgerät angepasst werden. Ein Langdraht ist aber nur für den Betrieb im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich praktikabel und kann je nach Möglichkeiten entweder gerade, verwinkelt, als Schleife oder Dreieck aufgespannt werden. Ideal vor allen Dingen für Leute, denen es nicht erlaubt ist, große Antennenanlagen auf Hausdächern oder Masten zu errichten. Ein Langdraht kann nur mit einem manuellen oder automatischen Abstimmgerät verwendet werden, ist jedoch dafür für mehrere Frequenz-Bereiche geeignet.

Dipol
Ein Dipol besteht eigentlich auch nur aus Draht. Im Gegensatz zum simplen Langdraht wird er jedoch mit einer abgestimmten Speiseleitung betrieben, und kann somit direkt am Funkgerät angeschlossen werden (ohne Abstimmgerät). Dafür ist der Dipol auch nur in dem Frequenzbereich zu gebrauchen, welcher seiner elektrischen Länge entspricht. Zum Beispiel ist ein Dipol für den 10-Meter Amateurfunkbereich ungefär 5,5 Meter lang. Ein Dipol erspart somit lästige Abstimmarbeit. Kombinationen aus meheren Dipolen an einer Speiseleitung sind durchaus möglich. Ein Dipol hat bei waagrechter Montage zwei Hauptstrahlrichtungen, welche quer zu seiner Achse liegen. Bei senkrechter Montage wirkt ein Dipol als Rundstrahler.

Groundplane/Vertikal Antenne
Eine vertikal montierte Antennen-Lösung stellt eine Groundplane dar. Diese besteht zumeist aus Aluminium-Rohren, welche mittels Standfuß und Seilabspannung auf einem Dach befestigt werden. Auf Schräg- bzw Satteldächern werden diese meistens an die Dachbalken geschraubt und durch spezielle Dachpfannen nach aussen geschoben. Ein Vertikal-Antenne wird ebenfalls mit einer abgestimmten Speiseleitung (Koaxiakabel) betrieben, welche den direkten Anschluss an den Sender erlaubt. Je nach Konstruktion (zum Beispiel Spulen zur elektrischen Verlängern bzw mechanischen Verkürzung, so genannten "Traps") kann eine Vertikal-Antenne auf meheren Frequenzbändern betrieben werden. Vertikal-Antennen sind immer Rundstrahlantennen, erlauben somit ungerichteten Empfang und Sendung.



Richtantenne
Wenn man mehrere Vertikal-Antennen in bestimmten Abständen nebeneinander montiert, bekommt man eine Richtantenne, weil sich die eizelnen Antennen so gegenseitig beeinflussen, daß eine Hauptstrahlrichtung ähnlich wie beim Dipol entsteht. Setzt man dieses ganze Gebilde nun auf eine Dreheinrichtung (Rotor) auf einen Mast, erhält man ein Richtantenne, mit der sich zum Beispiel ganz gezielt Sendungen aus Amerika oder Afrika empfangen lassen, ohne das Sendungen aus Nachbarstaaten den Empfang beeinträchtigen. Gleiches gilt natürlich auch für die Sendung. Für Kurzwelle sind Richtantennen jedoch so groß, das sie fast immer durch die schon genannten Traps elektrisch verlängert werden müssen. Dadurch erhalten Richtantennen auch die Eigenschaft, auf mehreren Frequenzbändern verwendbar zu sein.