Weltweit Hilfe in der Not
Gemäß dem Gesetz über den Amateurfunk dürfen Funkamateure nur untereinander kommunizieren und vor allem keine Nachrichten an Dritte (Nicht-Funkamateure) weiterleiten. Die entsprechenden Paragraphen im Gesetz über den Amateurfunk wurden bewusst eingeführt, damit Amateurfunkstationen keine Dienstleistungen erbringen, welche kommerziellen Dienstleistern (Post, Telegraph) vorbehalten waren: Der Transport von Informationen gegen Gebühren.
Die Ausnahme bestätigt die Regel
Eine Ausnahme hat man jedoch bereits frühzeitig geschaffen: Im Falle von Notfällen, Unfällen und Katastrophen dürfen Funkamateure selbstverständlich jederzeit ihre Technik und ihr Wissen nutzen, um Informationen und Hilfeersuchen auch an dritte Personen weiterzuleiten. Dies gilt sowohl für Katastrophen in anderen Ländern als auch für solche vor der eigenen Haustüre.
Internationale Hilfeleistung

Oft sind hier die Funkamateure die einzigen Menschen, welche nach einer Katastrophe überhaupt noch kommunizieren können.
Notfunk in Deutschland

Will man die Beispiele etwas größer fassen, stelle man sich einen flächendeckenden und lang andauernden Stromausfall in Deutschland vor. Der Romanauthor Marc Elsberg hat in seinem wegweisenden Roman Blackout - Morgen ist es zu spät (ISBN 978-3442380299) ein entsprechendes Szenario gemalt - welches in den Konsequenzen für die Einwohner der BRD leider alles andere als unrealistisch ist.
Hier können Funkamateure durch den Einsatz ihrer mobilen und Netzstrom-unabhängigen Technik
beispielsweise Funkverbindungen zwischen Behörden ergänzen und unterstützen - oder die Bevölkerung
eines Dorfes mit Informationen zur Situation und der Versrogungslage versorgen.
Die Möglichkeiten für Einsätze von Notfunknetzen auf Basis des Amateurfunk-Dienstes sind vielfältig,
und sollten vor allem seitens der Behörden niemals unterschätzt werden.
Übrigens: Solche Notfunkeinsätze gab es bereits: Im Jahre 1978 ereignete sich eine Schneekatastrophe
ungeheuren Ausmaßes in Norddeutschland. Die zur Katastrophenhilfe eingesetzte Bundeswehr
und die Katastrophenschutzbehörden funkten jedoch auf vollkommen unterschiedlichen
Frequenzen und konnten so nicht miteinander sprechen. Funkamateure boten hier ihre Hilfe an:
Sie fuhren mit ihren Funkgeräten auf den eingesetzten Bundeswehrpanzern mit und sorgten
so dafür, das die Krisenstäbe ihre Rettungskräfte gezielt und koordiniert einsetzen konnten.
Weiterführunde Informationen, Gedanken und Möglichkeiten zum Thema Notfunk in Deutschland beschreibt Guido, DJ1NG auf seiner Notfunkprojektseite im Bereich Einsatz.